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19 Empfindlichkeiten. Reaktionen auf Hubert Fichte. Vorzugsausgabe.
Untertitel: Mit Beiträgen von: Bernd Cailloux, Peter O. Chotjewitz, Frank Göhre, Günter Grass, Joachim Helfer, Katharina Höcker, Wolli Köhler, Brigitte Kronauer, Thomas Meinecke, Clemens Meyer, Daniel Richter, Wolf Wondratschek u.a.-
Autor(en): Fuhse, Mario (Hg.)
Erschienen: Hamburg, 2010.
Reihe:
Angaben: 246 S., teils auf Pergamentpapier, mit zahlr., teils ganzs. farb. u. sw. Abb., Bio-bibliogr. Hubert Fichtes, zahlr. Kurzbiogr., Bibl., anbei Hör-CD, 8°, PB, anbei Originalradierung Daniel Richters (Format 44 x 32,5 cm), in Pappe
Schlagworte: Richter, Daniel / Fichte, Hubert
Zusatzinformationen: - Vorzugsausgabe mit Originalradierung von Daniel Richter, Auflage 70 nummerierte Exemplare -
Rubrik(en): Kunst / Künstler
Hubert Fichte war eine Ausnahmeerscheinung der Nachkriegsliteratur: als Archäologe der europäischen Kulturgeschichte wie als Chronist der Subkulturen der 60er Jahre, als Weltreisender ebenso wie als Pop-Literat. 1986 ist Fichte im Alter von nur 51 Jahren gestorben.
19 Empfindlichkeiten ist eine Hommage an Hubert Fichte aus Anlass seines 75. Geburtstags. 19 Autoren und Künstler reagieren auf die vielfältigen Themen und Aspekte der Geschichte der Empfindlichkeit, seines letzten und anspruchsvollsten Projekts. Sie lassen erkennen, welchen Einfluss das Werk Fichtes auf die zeitgenössische Literatur und Kunst hatte und weiterhin hat.
Der nummerierten und signierten Vorzugsausgabe von "19 Empfindlichkeiten" liegt die abgebildete Originalradierung von Daniel Richter bei. Format 44 x 32,5 cm, Auflage 70 Exemplare.
Who the fuck is Hubert Fichte? Jedenfalls nicht irgendwer. Und niemals in der Einzahl. Kathrin Röggla zählt in ihrem Beitrag zu diesem Sammelband die vielen Facetten des Autors Hubert Fichte auf: Es gibt den St. Pauli-Fichte, den Waisenhaus-Fichte, den Starclub-Fichte, den Kinderschauspieler-Fichte, den Synkretismus-Fichte, den Ethno-Fichte, den Paletten-Fichte, den Gesprächs-Fichte, den Hans-Henny-Jahnn- und Daniel-Caspar-von-Lohenstein-Fichte, den Reportage-Fichte.
Ein merkwürdiger Fall: so vielfältig seine Interessen waren, so vielfältig sind seine Einflüsse auf Künstler der verschiedensten Gattungen - aber wer kennt heute noch Hubert Fichte? Sein stolzer Versuch, sich den Mechanismen des Buchmarkts zu entziehen und die Einzelbände seiner großangelegten "Geschichte der Empfindlichkeit" nicht nach und nach zu veröffentlichen, sondern in der Schublade aufzubewahren, bis alle 19 Bände komplett sein würden - dieser Versuch hatte leider zur Folge, dass er bereits weitgehend vergessen war, als die Edition dieses durch seinen Tod unvollendet gebliebenen Mammutwerks endlich begann. Wer jedoch das Glück hat, einem der vielen Fichtes zufällig über den Weg zu laufen, gerät schnell in Gefahr, süchtig zu werden und sich in weitere Verästelungen seines Schreibens vorzuarbeiten.
Wie August von Platen, den er gegen die gönnerhafte Verachtung in Schutz nahm, die dessen Rezeption stets kennzeichnete, blieb Fichte Zeit seines Lebens in Bewegung, sowohl geistig als kulturgeschichtlicher Autodidakt als auch physisch als Weltreisender. Sein Versuch, dieser Beweglichkeit sprachlich und textlich Gestalt zu geben, ist ohne Zweifel spektakulär zu einer Zeit - den 60er, 70er Jahren -, in der formale Weiterentwicklungen der Romanform nicht mehr erwartet werden. Dennoch fand Fichte zu Lebzeiten größere Aufmerksamkeit vor allem durch die Wahl seiner Stoffe. Als nach seinem Tode die Umrisse seines Hauptwerks erkennbar wurden, riefen diese ungewöhnlichen Konzepte mehr Ablehnung als Begeisterung hervor - unvergessen ist Reich-Ranickis öffentliches Verdikt über "Hamburg Hauptbahnhof". "Dieses Buch hätte niemals gedruckt werden dürfen." Wenigen Autoren ist es gelungen, so vollmundige Reaktionen hervorzurufen
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